Logo_FF_Bergedorf

Florian Hartart ist neuer Wehrführer der FF Bergedorf - und ein studierter Retter

Wehrführer Flo Hartart mit Schutzjacke und Helm der F2941 in der Halbnahen KAmeraeinstellung in einem Feuerwehrauto
Wehrführer Florian Hartart posiert im Hamburger Hilfeleistungs Löschfahrzeug HLF 20/16 der Freiwilligen Feuerwehr Bergedorf.

Bergedorf. Florian heißt der Schutzpatron der Feuerwehr. Aber nein, er wolltenicht schon als kleiner Junge Feuerwehrmann werden. „Ich war eher der Computer-Nerd und hockte zu Hause, bis mich meiner Mutter 1997 zur Jugendfeuerwehr gescheucht hat“, gesteht Florian Hartart, der frisch gewählte Wehrführer der FF Bergedorf. Damit tritt der 31-Jährige in die Fußstapfen von Lars Eggers, der im November zum Bereichsführer gewählt wurde und somit die Freiwilligen Wehren Bergedorf, Lohbrügge, Bille und Nettelnburg zuständigist,zudem für Boberg, Kirchsteinbek, Billstedt-Horn, und Öjendorf.

Genau 110-mal schrillte im vergangenen Jahr die Alarmglocke ander Chrysanderstraße: 69 Einsätze galten Bränden (oft waren es angebranntes Essen oder lodernde Mülltonnen), dazu kamen 41 technische Hilfeleistungen. Da wurden Bäume nach einem Sturm gekappt, klemmte ein Reh unterm Gartenzaun fest, war ein Igel in Hausziegeln verkeilt. Fliegende Bauzäune gehören ebenso dazu wie Rauchmelder, die falschen Alarm melden: „Etwa weil im Bethesda-Krankenhaus jemand zu lange unter der Dusche stand und der Wasserdampf einenAlarm auslöst“, erzählt Hartart. Besonders in Erinnerung hat nicht nur den wasserreichen Vatertag 2018, sondern auch den 27. Juli, als auf dem VHH-Betreibshof zwei Buss in Flammen stanen: “ Das war imposant, weil die Reifen lautstark von den Felgen platzten, wir fünf Stunden lang die starke Rauchentwicklung bekämpften.“

Dabei kennt sich der Polizistensohn gut mit Katastrophenschutz aus: Nach einer Ausbildung zum Rettungsassistenten wechselte er von Göttingen nach Lohbrügge, um hier an der Hochschule das Studium zum Rettungsingenieur abzuschließen. Natürlich trat er 2011 gleich in die FF Bergedorf ein – wohnte aber mit Frau und den Kindern (heute neun und vier Jahre) noch im Studentenwohnheim an der Billwiese. „Als ich dann Vize-Wehrführer wurde, musste ich umziehen. Denn von der Billwiese braucht man sieben statt der geforderten fünf Minuten bis zur Wache. Daher konnte ich erst offiziell ins Amt gerufen werden, als wir eine Wohnung am Gojenbergsweg gefunden hatten.“

Inzwischen hat sich Hartart auf die Wissenschaft verlegt und koordiniert die Lehrveranstaltungen an der HAW, die mit der Berufsfeuerwehr und der Polizei kooperiert, auch mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. So nimmt es wenig Wunder, dass unter den 41 Kameraden der FF Bergedorf (darunter drei Frauen) viele Studenten sind: “ Wir sind eine sehr junge Truppe, der Altersdurchschnitt liegt bei Ende 20. Aber die Fluktuation ist groß, weil die Leute nach dem Studium woanders Arbeit finden“, sagt Hartart. Er hat bald wieder fünf Spinde frei – und möchte gern Freiwillige begrüßen, die von S-Bahnhof bis Doktorberg, sogar bis zur Börnsener Ortsgrenze Einsätze fahren.

Neuerdings ist auch Mohammad dabei, ein 28-Jähriger aus Syrien, der in der Flüchtlingsunterkunft am Brookdeich lebt. Hartart: „Er ist ein herzensguter Typ, mit dem wir noch Fachbegriffe üben und im Arabischen nachschauen, was ein Hohlstrahlrohr ist.“

Was steht 2019 noch an? Auf jeden Fall werden die Aufenthaltsräume reoviert. „Und wir wollen präsenter in der Bevölkerung sein, planen einen Tag der offenen Tür“, sagt der neue Wehrführer.

Quelle: Bergedorfer Zeitung, Printausgabe vom 18.02.2019

Text: Anne K. Strickstock

Foto: M. Holmlund

Mit freundlicher Genehmigung der Bergedorfer Zeitung

Logo_FF_Bergedorf

Die Freiwillige Feuerwehr Bergedorf ist eine von 86 freiwilligen Wehren der Freien und Hansestadt Hamburg. Die Wehr ist rechtlich der Behörde für Inneres  und Sport unterstellt. Diese Internetseite wird durch den Förderverein der FF Bergedorf betrieben und dient als Informationsquelle rund um die ehrenamtliche Tätigkeit in der Feuerwehr im Stadtteil Bergedorf. Die Mitglieder der Einsatzabteilung sind zu 100% ehrenamtlich tätig und für den Hamburger Bürger im Einsatz.

Menü schließen